AT-Tours
Matthias  Manske

Der Appalachian Trail
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Geschichte
Wer die USA etwas näher kennen gelernt hat,
wird sich kaum wundern, einen der längsten
zusammenhängenden Wanderwege gerade
dort zu finden. Im Land der Autos und Übergewichtigen einen Weg fast ausschließlich fern von jeder Zivilisation anzulegen - das passt zum Land der Gegensätze.

Über rund 2150 Meilen (3440km) erstreckt sich der AT zwischen den Bundesstaaten Georgia und Maine. Die Appalachian zählen zu den ältesten Gebirgen der Erde und weisen Höhen bis 2025m auf (Clingmans Dome, Tennesee). Der gesamte Weg an sich hat keinen historischen Ursprung wie etwa der Pony Trail, Klondike Trail oder alte Indianerpfade. Um 1900 gab es einige Wanderclubs, besonders in den Neu-England Staaten (z.B. Appalachian Mountain Club).

Die Idee einen zusammenhängenden Weges wurde 1921 von Benton McKaye veröffentlicht. Entlang des Weges sollten Hostels, Naturschutzstationen und sogar autarke Kommunen entstehen. 1925 wurde die Appalachian Trail Conference (ATC) als bis heute bestehende non-profit Organisation gegründet. Damaliges Ziel war die Verbindung der höchsten Punkte im Osten: Mount Mitchell, North Carolina mit 2038m und Mount Washington, New Hampshire mit 2027m. Die Weglänge nahm stetig zu, besonders unter dem ATC Vorsitzenden Myron H. Avery.

Zum besonderen Charakter trug der Ankauf von rund 70 Metern Lands beiderseits des Weges zu, so dass sich fast der gesamte Weg in öffentlicher Hand befindet. Die offizielle Eröffnung fand am 14.August 1937 ohne außergewöhnliches Interesse hervorzurufen statt.
McKayes Visionen wurden - glücklicherweise - niemals verwirklicht.



Durchschnittstemperaturen
 Monat Mai Juni Juli August September
 Durchschnitt Jahr 15 20 23 22 17
 Durchschnitt Max 21 26 28 27 23
 Durchschnitt Min 7 13 15 15 10

Der Weg im Außen
Der AT gleicht meist einem Trampelpfad quer durch ein Mittelgebirge. Weiße Rechtecke an Bäumen im Abstand von rund 20 – 30 Metern markieren den Weg, der im Allgemeinen gut gekennzeichnet ist. Im Abstand von ca. 10 – 20 km findet man einfache Holzhütten (Shelter) oder/und Flächen zum Zelten (Campsites), meist mit Trockentoilette und Wasserpumpe.

Da der AT nur von freiwilligen Helfern instand gehalten wird, kann hin und wieder mancher Wegweiser verwittert sein oder ein umgefallener Baum den Weg versperren. Bäume sind im übrigen Hauptbegleiter der Wanderung. Je nach Ort und Jahreszeit kann es vorkommen, stunden- oder sogar tagelang keiner Menschenseele zu begegnen. Der AT wurde bisher von 7354 Menschen (dokumentiert) komplett durchwandert. Darunter ein Blinder, ein 8jähriges Mädchen und eine 69jährige Frau. (ca. 25% Frauenanteil gesamt) Thru-Hiker (den gesamten Weg Wandernde) starten meist im April in Georgia, Springer Mountain und erreichen zum Indian Summer gegen September Mount Katahdin in Maine.

Der Schwierigkeitsgrad variiert bei einer Gesamtlänge von rund 3440 km naturgemäß extrem. Es gibt einige Abschnitte ohne größere Höhenunterschiede und solche mit endlos erscheinenden An- und Abstiegen. Diese bieten dann jedoch auch teils atemberaubende Aussichten. Überwiegend befindet sich der Wanderer im Wald.

Ein dem Charakter des Weges entsprechendes Problem ist die Erreichbarkeit. Öffentliche Verkehrsmittel sind zu Beginn und Ende des Weges nicht, unterwegs nur sehr begrenzt vorhanden. Kreuzt der Weg eine Straße, so sind es oft mehrere Kilometer bis zur nächsten Ortschaft.

Der Weg für die Seele
Von gelegentlich kreuzenden Straßen und ganz wenigen Ortschaften abgesehen, ist es die Abgeschiedenheit, das Fehlen der Zivilisation, die den Reiz des AT ausmachen.

Wer den AT geht, tut dies um der Reduzierung auf das Wesentliche willen:
- Wasser, Proviant und der nächste Schlafplatz - darauf kommt es an.
- Zeit wird relativ.
- Der Weg ist buchstäblich das Ziel.
- Vergessenes oder Verdrängtes kann bewusst werden - Probleme und Sorgen bleiben zurück.
- Ein idealer Ort für innere Einkehr - ein idealer Pilgerweg.

Der AT ist für den Massentourismus nicht attraktiv und dennoch für jeden mit durchschnittlicher Körperverfassung geeignet. Alles Notwendige muss mitgenommen werden, da es unmittelbar am Weg kaum Einkaufsmöglichkeiten gibt. Öffentliche Verkehrsmitteln sind zu Beginn und Ende des Weges nicht, unterwegs nur sehr begrenzt vorhanden. Es ist zwar möglich an vielen Stellen ein Auto zu parken, doch geht bei Hin-und-Zurück Wanderungen ein typisches Merkmal verloren: Das Hinter-sich-Lassen. Typisch für den Trail ist die kameradschaftliche Atmosphäre unter den Hikern. Ob ManagerIn oder AngestellteR - alle behandeln ihre Fußblasen, schreiben Tagebuch, kochen Abendbrot oder sitzen einfach nur angenehm erschöpft am Lagerfeuer. Eine Atmosphäre, die viele wiederkommen lässt.